Was kann man von seinen Eltern heutzutage noch lernen?

Wer hat Recht?

Die Welt verändert sich – und zwar immer schneller.

Früher haben junge Menschen fast alles von ihren Eltern gelernt. Von gesellschaftlichen Normen darüber, wie man einen Partner findet bis zur Ausübung des Berufes, der oft vom Vater übernommen wurde.

In den letzten 150 Jahren hat jedoch die Veränderung der Welt immer mehr zugenommen. Neue Technologien kommen immer häufiger hinzu, wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge ändern sich und haben großen Einfluss auf uns. Heute sind es oft die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die besser an „das Leben“ und die Gesellschaft angepasst sind als ihre Eltern. So viele „Kinder“ erklären ihren Eltern und Großeltern die neueste Technik, wie und wo sie Informationen finden und was sie am besten in bestimmten Situationen anziehen sollten.

Ist das Bild der alten „weisen“ Menschen veraltet? Können die jungen Menschen von heute von ihren Eltern und Großeltern noch wertvolle Dinge lernen? Die jungen Menschen beklagen sich über ihre Eltern, die noch „hinter dem Mond leben würden“. Die Eltern beklagen sich über ihre Kinder, die „jedem Trend hinterherlaufen“? Wer hat Recht?

Meine Meinung: beide und keiner von beiden. Ich halte es für sinnvoll, sich ein gegenseitiges Lernen von- und miteinander anzugewöhnen. Beide Parteien wissen und können Dinge, die die andere Partei nicht weiß oder kann, die aber sinnvoll sind.

 

Ein Beispiel: die Berufswahl

Die Eltern meiner Kunden sagen oft: „wähle einen Beruf, der dich glücklich macht“ und denken sich insgeheim „und bleib dabei“. Sie wünschen sich eine sichere, langfristige Berufsperspektive für ihr Kind. Die Kinder haben oft hunderte von Ideen und möchten sich nicht festlegen. „Ich brauch Abwechslung, ich will nicht jeden Tag das gleiche machen wie meine Eltern. Wozu soll ich ein Studium anfangen, wenn ich in fünf Jahren vielleicht schon etwas ganz anderes machen möchte?“ höre ich von diesen.

Wer hat hier Recht? Beide und keiner von beiden. Es ist richtig, dass du als junger Mensch wahrscheinlich nicht wie deine Eltern 40 Jahre lang im gleichen Beruf bleiben wirst. Es ist aber auch richtig, sich zunächst für eine berufliche Richtung zu entscheiden, um einen Anfang zu finden. Wenn du dich nie entscheidest, wirst du auch nicht glücklich.

Im Endeffekt wird es sowieso ein Mittelding sein. Die Welt – und damit auch die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt – verändert sich so schnell, dass immer weniger Menschen mehr als zehn Jahre im gleichen Beruf bleiben. Und wenn doch, dann ändern sich die Berufe immer schneller. Auch der „klassische“ Beruf des Arztes wird immer „technologisierter“ und wird sich innerhalb der nächsten Jahre mit der Konkurrenz der Künstlichen Intelligenz auseinander setzen müssen.

Durch die sich ständig ändernden Anforderungen im Markt und der Gesellschaft ändern sich auch berufliche Tätigkeiten immer schneller. Abwechslung ist also vorprogrammiert. Von daher mach dir klar, dass der Beruf, den du jetzt wählst, wahrscheinlich sowieso nicht „fürs Leben“ sein wird. Du wählst jeweils nur für die nächsten paar Jahre. Niemand weiß, was dann sein wird. Vielleicht willst du in fünf Jahren etwas anderes machen, aber dann werden dir die Kenntnisse und Erfahrungen der letzten fünf Jahre dennoch zugute kommen.

 

Fazit

Nochmal zurück zum Lernen von- und miteinander. Du kannst von deinen Eltern und ihrer Lebenserfahrung lernen, auch wenn ihre Ansichten manchmal veraltet wirken. Im Gegenzug kannst du sie lehren, sich den Veränderungen in der Welt besser anzupassen. Gegenseitiges Lernen ist doch sowieso viel angenehmer als die klassische Lehrer-Schüler-Beziehung, oder?

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