Warum komme ich nicht weiter? – Glaubenssätze

Manchmal komme ich in der Arbeit mit Kunden an einen Punkt, wo es nicht mehr weitergeht. Meine Methoden scheinen nicht mehr zu funktionieren, obwohl die Kundin motiviert ist und weiter möchte. Der Kunde zweifelt an den Ergebnissen, von denen er gestern überzeugt war. Er widerspricht sich selbst, ohne es zu merken. Das kann prinzipiell an jeder Stelle des Berufsfindungsprozesses auftreten. Zu Beginn des Prozesses kann es passieren, dass die Kundin stark an ihren herausgearbeiteten Stärken zweifelt. Oder auch am Ende kommt es vor, dass die Entscheidung eigentlich getroffen ist, aber danach massive Zweifel auftauchen.

Was ist da los?

In diesen Fällen stoßen wir auf Glaubenssätze, die den Kunden blockieren. Ein Glaubenssatz ist ein Satz, an den jemand fest glaubt – eine innere „Wahrheit“. Wir alle haben Glaubenssätze, welche die uns weiterbringen und welche, die uns blockieren. Ein Glaubenssatz, der dich bestärkt, kann zB sein: „alle Menschen, die ich kennenlerne, mögen mich“ oder „ich bin ein Sprachtalent“. Ein Glaubenssatz, der dich behindert, kann sein: „Ich kann keine Sprachen lernen“ oder „Man muss studieren, um Erfolg im Leben zu haben“ oder „Wenn ich mich entscheide, gebe ich alle anderen Möglichkeiten auf“.

Du merkst, dass sie alle sehr allgemein formuliert sind. „Alle“, „jeder“, „man“, „ich bin“ deuten auf einen Glaubenssatz hin.

Was machen diese Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind grundsätzlich gut, da sie uns Halt und Sicherheit geben. Wir brauchen Prinzipien, an die wir wir glauben. Mit Religion hat das nichts zu tun. Die meisten von uns haben zum Beispiel den Glaubenssatz  „Ich darf meinen Beruf selbst wählen“. Das ist ein Satz, der die meisten von uns motiviert, einen Beruf zu wählen, der uns gut tut. Es ist also ein positiver Glaubenssatz.

Glaubenssätze können dich jedoch auch blockieren. Wenn du glaubst, dass man nur mit Studium Erfolg im Leben haben kann, aber du „nur“ einen Realschulabschluss hast, wirst du niemals das Gefühl haben können erfolgreich zu sein – egal was du machst. Du wird dich unbewusst ständig demotiviert und entmutigt fühlen. 

Wenn du glaubst, dass du alle anderen Möglichkeiten für immer aufgibst, wenn du dich entscheidest, dir aber gleichzeitig eine Optionsvielfalt wichtig ist, wirst du dich nicht entscheiden können. Unbewusst wirst du jeden Versuch, eine berufliche Entscheidung zu treffen, blockieren.

Das Ganze passiert unbewusst, bis du es dir bewusst machst. Du bemerkst diesen inneren Saboteur also zunächst nicht.

Wo kommen Glaubenssätze her?

Glaubenssätze können durch Erlebnisse und Erfahrungen entstehen. Vielleicht hast du einmal eine Entscheidung getroffen, die dir andere Möglichkeiten scheinbar verbaut hat. Vielleicht musstest du dich als Kind für ein Hobby entscheiden und durftest danach kein anderes mehr ausprobieren. Dann kann der Glaubenssatz entstehen, dass bei einer Entscheidung alle anderen Möglichkeiten verloren gehen.

Es kann auch sein, dass du Glaubenssätze von anderen übernommen hast. Wenn schon deine Eltern nicht studiert haben und es gerne getan hätten, ist es möglich, dass du einen Glaubenssatz wie „Nur mit Studium kann man Erfolg haben“ von ihnen übernommen hast.

Was kann man gegen blockierende Glaubenssätze tun?

  1. Der erste Schritt ist, den blockierenden Glaubenssatz zu erkennen und zu erkennen, wann er dich blockiert. Dabei kann dir auch gut eine außenstehende Person helfen. Anfangs gelingt das am besten im Nachhinein. Analysiere eine Situation, in der du nicht weiterkamst, und hinterfrage, ob ein Glaubenssatz dahinter stand.
  2. Ist dieser Glaubenssatz hilfreich oder blockiert er dich eher? Es kann auch sein, dass er in bestimmten Situationen noch nützlich ist. Dann ist es gut, den Nutzen anzuerkennen. 
  3. Frage dich, wann dieser Glaubenssatz entstanden ist. Wie lange glaubst du das schon? Kommt dir ein bestimmtes Erlebnis ins Gedächtnis, wenn du daran denkst? Oder eine bestimmte Person?
  4. Hinterfrage deinen Glaubenssatz – am besten schriftlich. Gilt dieser Satz wirklich immer und für alle Menschen? Was könnten andere Menschen darüber denken? Zum Beispiel: wenn du glaubst „Man muss studieren, um Erfolg im Leben zu haben“ suche dir Beispiele von Menschen, die in deinen Augen auch ohne Studium erfolgreich waren. Lass dich von diesen inspirieren und löse damit den Glaubenssatz auf.
  5. Manchmal hilft auch das nicht, weil dahinter noch ein anderer starker Glaubenssatz liegt. Zum Beispiel könnte es sein, dass dich die Beispiele von Menschen die ohne Studium erfolgreich waren, eher demotivieren, weil du glaubst, nicht so gut zu sein wie die. Dann liegt dahinter ein Glaubenssatz wie „Ich bin nicht gut genug.“ Erkenne und hinterfrage auch diesen Glaubenssatz, bis du den Eindruck hast, den grundlegenden Glaubenssatz gefunden zu haben, der dich blockiert.
  6. Und dann schaffe dir einen positiven Glaubenssatz, der dich bestärkt und den anderen schwächt. Das kann sein „Ich bin erfolgreich“, „Ich bin wertvoll“, „Ich wähle einen Beruf – und behalte die Vielfalt der Optionen.“ Das dauert etwas, bis du die für dich richtige Formulierung gefunden hast. Achte darauf, dass dieser neue Glaubenssatz ausschließlich positiv und überzeugt formuliert ist.
  7. Schreibe dir den neuen positiven Glaubenssatz auf und hänge ihn auf, wo du ihn täglich sehen kannst, z.B. an den Spiegel oder an den Schreibtisch. Schau ihn dir immer wieder an. Suche Beispiele und Beweise, die dafür sprechen, bis du 100% davon überzeugt bist.

Es kann helfen, diesen Prozess zumindest zum ersten Mal mit einem erfahrenen Coach zu durchlaufen. Melde dich gern, wenn ich dir dabei helfen kann! 

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