Elevator Pitch – perfekt präsentieren in 60s

Die Idee des Elevator Pitch kommt daher, eine wichtige Person, die du von deiner Idee oder dir selbst überzeugen möchtest, zufällig im Aufzug zu treffen. Du präsentierst ihr die Idee oder dich selbst mit dem Ziel, dass die Person dich in Erinnerung behält und danach Kontakt mit dir aufnimmt.

Die Chance, dass das genau so passiert, ist sehr gering. Außerdem werden die Aufzüge immer schneller und die Pitches müssten immer kompakter werden 🙂
Warum ist das Konzept des Elevator Pitch dennoch so beliebt? Weil du es in verschiedenen anderen Situationen anwenden kannst, zum Beispiel:

  • Auf einer Messe sprichst du einen potentiellen Arbeitgeber oder Kunden an.
  • Du lernst auf einer Netzwerkveranstaltung jemanden kennen.
  • Du sollst dein Unternehmen beim Kunden repräsentieren.
  • Du möchtest deinem Chef oder einem Kunden eine Idee schmackhaft machen.
  • Zu Beginn des Bewerbungsgespräches wirst du aufgefordert, etwas von dir zu erzählen.
  • Du präsentierst dich online auf Xing oder LinkedIn.
  • Du präsentierst dich in einem Video potentiellen Kunden oder Arbeitgebern.

In all diesen Situationen möchtest du in 30-60s das Interesse deines Gegenübers gewinnen. Dabei kann es um dich selbst gehen oder um dein Unternehmen oder ein Produkt. Was solltest du beachten und wie kannst du dich auf solche Situationen vorbereiten?

Schritt 1: Was ist dein Ziel?

Beschäftige dich zu Beginn, damit was du konkret erreichen möchtest. In fast allen Fällen möchtest du im Gedächtnis bleiben. Außerdem möchtest du positive Emotionen wecken, z.B. Interesse, Neugierde, Begeisterung. Darüber hinaus möchtest du, dass dein Gegenüber danach etwas tut. Zum Beispiel möchtest du seine Kontaktdaten bekommen oder möchtest ihr deine Visitenkarte oder Bewerbungsmappe geben. Eventuell möchtest du mit der Person einen Termin ausmachen.

Was soll die Person in Erinnerung behalten?

Was soll sie fühlen?

Was soll sie tun?

Je klarer dir ist, was du erreichen möchtest, desto einfacher ist es, den Elevator Pitch vorzubereiten und durchzuführen.

Schritt 2: Bereite dich auf den Elevator Pitch vor.

Ich rate dir dazu, dich schriftlich vorzubereiten und den Text des Pitches aufzuschreiben. Behalte dabei dein Ziel stets im Hinterkopf und lass alles weg, was diesem Ziel nicht dient. Formuliere deine Inhalte so kompakt wie möglich. Es ist sogar gut, wenn dein Gegenüber Fragen dazu hat, denn dann seid ihr im Gespräch. Von daher musst du nicht alles detailliert erklären.

Versuche vor allem, deine Einzigartigkeit herauszustellen. Was macht dich, dein Produkt oder dein Unternehmen besonders?
Fokussiere dich auf die Probleme, die du oder ihr lösen könnt. Das ist wichtiger als die Frage, WIE du/ihr das tut.

Ganz wichtig: schließe mit einer Handlungsaufforderung ab. Was soll dein Gegenüber nun tun?

Schritt 3: Probier´s aus!

Wenn dein Text fertig ist, ist Üben angesagt. Übe es vor dem Spiegel oder filme dich, bis du den Text draufhast. Du musst nicht jedes Wort auswendig können, wichtig ist, dass du nichts vergisst. Dann übe es vor anderen Menschen, die dir eine Rückmeldung geben können. Denk daran, dass es nicht nur um den Text geht, sondern auch um Körpersprache und Aussprache. Du kannst niemanden begeistern, wenn du nicht selbst begeistert bist – und das muss rüberkommen. Ziehe auch in Betracht, wer dir im „Ernstfall“ gegenüber stehen könnte. Welches Vorwissen hat die Person? Welche Wörter kannst du verwenden, welche besser nicht?

Versuche möglichst so zu sprechen wie du sonst auch sprechen würdest. Also auch nicht zu schnell oder zu monoton. Variiere etwas und spiele mit verschiedenen Varianten der Aussprache. 

Schließlich teste es auch im „Ernstfall“. Fang zum Beispiel bei der Jobmesse zunächst mit einem Unternehmen an, das dich eher weniger interessiert, und beobachte die Reaktion. Je nach Reaktion kannst du deinen Pitch noch anpassen.

5 weitere Tipps, um das Interesse deines Gegenübers zu wecken

Für Fortgeschrittene habe ich noch diese Tipps:

  1. Baue über Augenkontakt eine Verbindung zum Gegenüber auf.
  2. Lächle – auch wenn du nervös und konzentriert bist.
  3. Du kannst nur Begeisterung vermitteln, wenn du auch selbst begeistert bist.
  4. Habe eine Visitenkarte oder sonstiges Material zu Hand, das du weitergeben kannst.
  5. Die Handlungsaufforderung am Ende kann auch in Form einer Frage sein.

Beispiele:

Hier findest du ein paar Beispiel-Elevator Pitches aus meiner eigenen Geschichte, die ich selbst entwickelt und mit Erfolg angewendet habe.

  1. Ich bin in einem Unternehmernetzwerk, in dem ich mein Unternehmen regelmäßig vor verschiedenen Personen in unter 60s präsentiere. Diese Variante habe ich dort schon mehrfach erfolgreich genutzt:

„Hallo, mein Name ist Annie Nürnberg von Jobnavigation. Ich unterstütze junge Menschen, die keine Ahnung haben, was sie nach der Schule oder nach dem Studium machen sollen oder unzufrieden in der aktuellen beruflichen Situation sind. Mit meinem Coaching-Programm helfe ich ihnen, einen Beruf zu finden, der zu ihren Stärken und Wünschen passt. Wen kennt ihr, der in dieser Situation ist? An wen könnt ihr mich weiter empfehlen?“ 

  1. Eine andere Alternative, die ich dort schon angewendet habe, ist:

„Stellt euch vor – es ist schon wieder Montag. Der Wecker klingelt und das Grauen beginnt. Du prügelst dich aus dem Bett und schleppst dich zur Arbeit. Wo du eigentlich gar nicht hin willst. Wo sich dein Körper schon zu wehren scheint dich hinzutragen.

Es geht auch anders. Ich unterstütze Menschen in diesen Situationen, einen Beruf zu finden und zu bekommen, in dem sie ihre Stärken einsetzen können und der ihren Wünschen entspricht. Wenn du so jemanden kennst und demjenigen in dieser Situation helfen möchtest, gib ihm gern meine Karte und er kann gern zum unverbindlichen Erstgespräch vorbeikommen.“ 

  1. Auf einer Netzwerkveranstaltung habe ich mich als potentielle Beraterin vorgestellt. Die anderen Berater waren fast alle mindestens 20 Jahre älter als ich und ich wollte mich bewusst davon abgrenzen. Das hat sensationell funktioniert – ich werde nach 6 Monaten immer noch darauf angesprochen!

„20 Jahre Berufserfahrung kann ich nicht bieten. Ich bin Vertreterin der Generation Y, eure vielleicht aktuellen, aber auf jeden Fall zukünftigen Mitarbeiter. Wir sind anders. Wir duzen zum Beispiel gern. Nicht aus Respektlosigkeit, sondern wir möchten ein freundschaftliches Arbeitsklima auf Augenhöhe. Mein Name ist Annie – oder Annette Nürnberg – und ich helfe Unternehmern, junge Mitarbeiter zu finden, zu integrieren, und zu Führungskräften zu entwickeln. Ich begleite dich gern als Beraterin einen überzeugenden Wachstumsplan zu erstellen. Darüber hinaus bin ich Physikerin, habe also noch ein bisschen Ahnung von Technik. Sprech mich gleich einfach an! Du findet mich leicht – die Frau im grünen Blazer!“

Du hast generell noch Schwierigkeiten mit Präsentationen und Vorträgen? Dann helfe ich dir auch da gern! Hier findest du Infos über das Seminar Präsentationstraining, in dem genau diese Themen vertieft behandelt werden. Ich freue mich auf dich!

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