Wie auf die unangenehmen Fragen antworten???

Weihnachten ist Familienzeit. Das kann sehr schön sein, die komplette Familie an einem Ort versammelt zu haben. Das kann aber auch extrem nervig sein – vor allem wenn man gerade in einer Phase beruflicher Orientierungslosigkeit steckt und alle mit ihren Fragen in diesen wunden Punkt pieksen. 

  • „Na, wie läuft der Job?“ 
  • „Was willst du eigentlich nach der Schule machen?“
  • „Was machst du jetzt eigentlich?“
  • „Wann bist du mit dem Studium eigentlich fertig?“

Ich kenne das selbst. Ich wäre früher an Weihnachten lieber gar nicht zur Verwandtschaft gefahren, um nicht diese Fragen gestellt zu bekommen. Einige meiner Kunden, die noch am Anfang des Coachingprogramms stehen, haben mich gefragt, wie sie gut auf diese Fragen antworten können und wie sie trotz solcher Fragen ein schönes Weihnachtsfest haben können. Vielleicht stehst du vor der gleichen Herausforderung – dann ist dieser Beitrag genau richtig für dich. 

Erstmal: die meisten Familienmitglieder, die dir diese Frage stellen, sind an dir ehrlich und wohlwollend interessiert. Kaum jemand tut das, um dich zu ärgern oder negative Gedanken und Gefühle in dir auszulösen. Sich das klarzumachen, hilft oft schon beim Umgang mit den Fragen. 

Warum sind diese Fragen eigentlich so unangenehm?

Die Fragen sind eigentlich total neutral – bei jemand anderem können sie eine sehr positive Stimmung auslösen. Wenn du jedoch gerade gar nicht weißt, wie es weiter gehen kann und dich das selbst nervt oder du sehr unzufrieden mit deiner beruflichen Situation bist, denkst du bei den Fragen an deine Situation oder Ratlosigkeit – und das kann sehr negative Gefühle auslösen. Verständlich, dass du damit nicht an Weihnachten konfrontiert sein willst. 

Du möchtest gern eine tolle Antwort liefern. Du möchtest gern freudestrahlend von deinem Studium oder deinem Job erzählen. Du möchtest total begeistert von deinen Zukunftsmöglichkeiten sein. 

Was hilft, um dich nicht so schlecht dabei zu fühlen, ist, wenn du die Situation und dich selbst in der Situation erst einmal akzeptierst. Das heißt nicht, dass du nicht tun wirst um sie zu ändern. Aber jetzt gerade möchtest du Weihnachten feiern und dich nicht selbst fertigmachen. Außerdem bist du aus einer entspannten und akzeptierenden inneren Einstellung heraus viel kreativer und kannst besser Lösungen erarbeiten. 

Es ist ok, jetzt gerade nicht weiterzuwissen.
Es ist ok, unzufrieden mit dem Job oder Studium zu sein.
Es ist ok, alles hinschmeißen zu wollen.
Es ist ok, alles hingeschmissen zu haben.
Es ist ok, mit dir selbst unzufrieden zu sein.
Es ist ok, dass dich diese Fragen nerven.
Es ist ok, dass du nicht darüber sprechen möchtest. 
Es ist auch ok, wenn das alles für dich noch überhaupt nicht ok ist! 🙂

Wie antworte ich auf Fragen zu meiner beruflichen Situation?

Jetzt aber zu passenden Antworten auf die Fragen. Überlege dir zunächst mal, wen du an Weihnachten sehen wirst und wer die unangenehmen Fragen stellen könnte. Dann kannst du im Vorhinein schon eine Strategie für jede dieser Personen erstellen. Such dir aus den unten genannten Vorschlägen raus, was zu dir und zu deinem Gegenüber passt.

Variante 1: Schlagfertigkeit

Vielleicht gibt es den ein oder anderen, der die ein oder andere blöde Frage stellt, um dich zu ärgern. Solche Menschen kannst du getrost mit einer ebenso blöden Antwort abschmettern: 

  • „Geht dich nichts an!“
  • „Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?“ „Ja!“ „Ich auch!“
  • „Sag ich nur in Gegenwart eines Anwalts.“
  • „Hängt von der Jahreszeit ab.“
  • „Ich liiiiebe diese Frage. Stell sie mir doch bitte morgen nochmal.“

Überleg dir vorher schonmal was, was in die Situation und zu den Personen passen könnte. Das ist die schlagfertige Variante. 

Variante 2: Ausweichmanöver

Solche Sprüche möchtest du wahrscheinlich nicht bei jedem verwenden. Die zweite Möglichkeit ist der Frage auszuweichen. 

  • „Das steht noch nicht fest“
  • „Das klärt sich im ersten Quartal 2020.“
  • „So weit bin ich doch noch gar nicht im Studium“
  • „Gut, und selbst?“ (Das funktioniert besonders gut bei Menschen, die selbst gern reden. )
  • „Da komm ich gleich zu, aber ich wollte dir unbedingt noch von meinem Halbmarathon / vom letzten Konzert / von dem Buch, was ich letztens gelesen hab, erzählen.“ (Hier kannst du die Aufmerksamkeit auf einen anderen Lebensbereich lenken, zB dein Hobby, deine Partnerschaft etc. )
  • „Erzähl ich dir später, ich muss eben noch in der Küche helfen / aufs Klo / mit dem Hund gehen.“

Variante 3: Ehrlichkeit

Natürlich gibt es auch verschiedene Varianten ehrlich zu antworten.

Einerseits kann Ehrlichkeit bedeuten, dass du geradeheraus sagst

  • „Da möchte ich grad nicht drüber sprechen.“
  • „Ich hab keine Lust darüber zu sprechen.“ 

Du kannst aber auch halb ehrlich antworten, und bei der Frage „Wie läuft der Job?“ die positiven Seiten des Jobs erwähnen, und die negativen weglassen. Bei manchen hilft das, bei anderen fühlt sich das sehr falsch an.

  • „Mit meinem Bürokollegen komm ich super klar, wir waren letztens sogar LaserTag spielen.“
  • „Die Weihnachtsfeier war echt cool – wir waren endlich mal in einer anderen Location mit wesentlich besserem Essen.“
  • „Ich geh gern schon morgens um halb 8 hin, wenn noch niemand da ist. Da hab ich das Büro erstmal ne Stunde für mich, das genieße ich sehr.“

Bei dir nahe stehenden Personen, die wirklich an dir interessiert sind, kannst du auch die komplette Wahrheit sagen: 

  • „Ich würde dir gern was Positives erzählen, aber momentan kann ich meinen Job echt nicht ausstehen.“ 
  • „Ich habe immer noch keine Ahnung, wie es nach der Schule weitergehen kann. Und eigentlich möchte ich da gerade gar nicht drüber reden, weil es kein angenehmes Thema für mich ist.“

Bei dieser ehrlichen Antwort kann es passieren, dass die Menschen mit Vorschlägen reagieren: 

  • „Hast du dir schonmal den Studiengang … angeguckt? Die Tochter meiner Freundin studiert das und ist ganz begeistert.“
  • „Könnte das Unternehmen XY nicht was für dich sein? Die suchen immer!“

Irgendwann haben mich diese Vorschläge, die teilweise zum zehnten Mal kamen, total genervt. Vielleicht geht es dir auch so. Dann sag das auch. „Ich weiß, dass du mir gerade helfen möchtest, aber diese Vorschläge habe ich alle schon gehört und ich möchte jetzt gerade auch gar nicht über meine berufliche Zukunft reden, sondern einfach entspannt Weihnachten feiern. Lass uns bitte das Thema wechseln.“

So, ich hoffe, dass bei diesen Antwortmöglichkeiten was für dich dabei ist. Und denk dran:
Es ist ok, wenn du nicht darüber sprechen möchtest.
Es ist ok, nicht weiter zu wissen.
Es ist ok, keinen Bock auf diese Fragen zu haben. 

Ich wünsche dir ein schönes entspanntes Weihnachtsfest! 

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