Nachteile der Selbstständigkeit

Ist die Selbstständigkeit das non-plus-ultra der Selbstverwirklichung? Auf den ersten Blick scheint es so: totale Selbstbestimmung, maximal freie Zeiteinteilung, du entscheidest alles. Du kannst sogar den nächsten Schritt gehen, Unternehmer werden (also Mitarbeiter einstellen) und dann anderen sagen, was sie zu tun haben. Großartig, oder?
 
Der zweite Blick zeigt, dass diese totale Selbstbestimmung auch Nachteile bringt. Das beinhaltet:
 

Verantwortung

Du bist nicht nur selbstbestimmt, sondern auch zu 100% für alles verantwortlich. Wenn etwas nicht funktioniert, wenn Kunden unzufrieden sind oder keine Kunden kommen – du bist verantwortlich und niemand sonst.
 

Konfrontation mit „Nebenaufgaben“

Du wirst im Laufe der Selbstständigkeit mit Themen konfrontiert, von denen du höchstwahrscheinlich keine Ahnung hast und in die du dich einarbeiten musst oder dir teure Hilfe holen musst:
 
  • Marketing und (Kalt-)Akquise
  • vertragliche und rechtliche Themen
  • Buchhaltung, Steuern und das Finanzamt
  • Finanzierung und Gespräche mit Banken
  • Hygieneregeln und Corona-Verordnungen
  • Krisen und Risiken (Pandemien, Fluten – um nur ein paar der vorgekommenen Krisen der letzten Monate zu nennen)

Unsicherheit

Du weißt nicht, ob deine Geschäftsidee funktionieren wird. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist immer auch ein Sprung ins kalte Wasser. Auch wenn du sehr gut vorbereitet bist und vielleicht sogar vorher schon erste Kundenzusagen, bleibt ein Restrisiko. 
Hinzu kommt natürlich auch das finanzielle Risiko. Es gibt zwar auch Selbstständige, die recht planbaren und stabilen Umsatz machen (Freiberufler), aber es ist und bleibt so, dass Selbstständige im Vergleich zu Angestellten sehr leicht „gekündigt“ werden können. Die meisten Selbstständigen müssen „hoffen“, dass sie im nächsten Monat mindestens genauso viele Kunden haben wie in diesem. 
Ein weiterer Punkt der Unsicherheit: was passiert, wenn du mal krank wirst? Kannst du es dir erlauben, drei Wochen krank zu sein und deine Kunden nicht zu bedienen? Viele Selbstständige haben kein Einkommen, wenn sie krankheitsbedingt ausfallen. Was dazu führt, dass sie oft trotzdem arbeiten – entweder aus dem Bett heraus oder sich mit Medikamenten aufputschen um ihre Kunden bedienen zu können. 
 

Freie Arbeitseinteilung

Die Freiheit sich seine Arbeitszeit selbst einzuteilen, kann auch überfordern. Du musst dich nun selbst motivieren, morgens aufzustehen, Termine wahrzunehmen oder dich an den Schreibtisch zu setzen. Es gibt keinen Druck von außen mehr. 
Oder es passiert das Gegenteil, dass du dich völlig überarbeitest, weil kein Chef oder Kollege dir sagt, dass du jetzt mal nach Hause gehen sollst. Du bist ganz allein verantwortlich für deine Gesundheit – auch indem du deine Arbeitszeiten begrenzt. 
Auch Urlaub wird dir nicht mehr gesetzlich zugestanden, sondern du bist selbst dafür verantwortlich. Viele Selbstständige nehmen kaum Urlaub oder arbeiten im Urlaub – pass da auf dich auf, denn jeder braucht Erholung! 
 

Abhängigkeit

Viele machen sich selbstständig, weil sie nicht mehr von einem Arbeitgeber abhängig sein möchten. Es gibt aber immer noch Menschen, die etwas von dir erwarten und dich für die Erfüllung dieser Erwartungen bezahlen – deine Kunden. Völlig unabhängig und frei bist du also nicht. 

 
Ich möchte niemanden davon abschrecken, der/die sich gerne selbstständig machen möchte. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass die Selbstständigkeit nicht nur positive Seiten hat, sondern auch mal frustrierend und verzweifelnd sein kann.
 
Trotz und auch wegen all dieser Hürden und Themen bin ich verdammt froh, selbstständig zu sein. Denn ich bin dadurch auch gewachsen, habe ein sehr viel stabileres Standing, Know-how das mir in vielen Lebenslagen nützt und das ich an andere weitergeben kann. Ich bin in schwierigen Gesprächen inzwischen souverän. Ich habe Selbstvertrauen, das ich Krisen bewältigen kann, auch wenn ich noch nicht weiß wie.
Und vor allem habe ich gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für mich selbst, für meine eigene Gesundheit (ich sorge dafür, dass ich mich nicht überarbeite), für meine Handlungen (wenn ich einen Fehler gemacht habe, stehe ich dafür ein) und für die Konsequenzen meiner Handlungen (Umsatzschwankungen, Zufriedenheit meiner Kunden). Seit ich Mitarbeiter habe, bin ich auch verantwortlich für deren Handlungen. Das hat mich sehr stark wachsen lassen, dafür bin ich dankbar. 
 
Ich habe meine Komfortzone dutzendmale verlassen. Ich habe peinliche Dinge getan, ich habe Dinge getan, auf die ich total stolz bin. Ich sehe die Selbstständigkeit als großartiges Wachstumsfeld – egal ob deine Geschäftsidee den Erfolg hat, den du dir wünschst. Meiner Meinung nach lohnt es sich trotz all der Nachteile!
 
Wenn du darüber nachdenkst dich selbstständig zu machen und noch Entscheidungshilfe brauchst, meld dich gern bei mir! Ich unterstütze dich gerne! 
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