Arbeitssuchend in Zeiten von Corona…

Wie ist es in Zeiten von Corona als Hochschulabsolvent? Wie schauen die Einstiegsmöglichkeiten für Berufseinsteiger aus? Welche Möglichkeiten können Arbeitssuchende nutzen?

Liebe Leser,

mein Name ist Laura und ich bin seit Juli 2020 für Jobnavigation tätig – welche Position ich im Unternehmen von Annie habe und wie ich dorthin gekommen bin, möchte ich euch im Rahmen dieses Blogbeitrags erzählen.

 

Studium abgeschlossen – Der Einstieg in die Berufswelt

Ich habe Anfang des Jahres meinen Master in Wirtschaftspsychologie erfolgreich beendet. Während des Verfassens meiner Masterthesis habe ich mich bereits fleißig bei Unternehmen beworben und vorgestellt – schnell aber gemerkt, dass mir trotz Praktika und verschiedener Werkstudententätigkeiten der Berufseinstieg sehr schwer gemacht wird. Mit Übergabe meiner Masterurkunde folgte Corona-bedingt der Lockdown und somit der Rückgang der Wirtschaft. Eine Absage nach der nächsten sammelte sich in meinem Mail-Postfach. Vorstellungsgespräche, die bereits festgelegt waren, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben oder abgesagt. Meine Laune ging zunehmend mehr in den Keller. Ich bekam Bauchschmerzen, Angstzustände und war unzufrieden mit meiner aktuellen Situation, obwohl ich eigentlich ein sehr optimistischer Mensch bin. Trotz all dieser Rückschläge wollte ich nicht aufgeben und am Ball bleiben – daher bewarb ich mich täglich auf die wenigen Vakanzen, die ausgeschrieben waren. Wenn es gut lief, schrieb ich in einer Woche zwölf Bewerbungen, wenn es schlecht lief auch mal nur zwei. Ich wurde immer trauriger und trauriger, hatte das Gefühl, dass mich und meine Situation niemand verstehen kann. Auf sozialen Netzwerken entdeckte ich vermehrt, dass die Meisten meiner Kommilitonen vom Studium bereits erfolgreich Fuß im Job gefasst hatten. Ich begann mein Studium zu hinterfragen, ob es wirklich das Richtige für mich war, obwohl ich zu 100 Prozent wusste, dass es damals die richtige Entscheidung für mich gewesen war, Wirtschaftspsychologie zu studieren.

Nachdem die bundesweit verordnete Quarantäne vorbei war und die Wirtschaft wieder etwas ankurbelte, bekam ich wieder ein bisschen mehr Mut, der aber nicht lange anhielt, da ich merkte, dass es sich immer noch als schwierig gestaltete als Hochschulabsolventin den Einstieg im Human Resources Management zu bekommen.

 

Prioritäten setzten – Möglichkeiten wahrnehmen

Nach Monaten der Verzweiflung lernte ich für mich persönlich mit der aktuellen Situation umzugehen. Ich habe die Absagen nicht allein auf mich und meine Qualifikationen bezogen, sondern verstanden, dass vieles momentan auch der Corona-Situation geschuldet ist. Ich überbrückte die Zeit mit Nebenjobs. War für das Saisongeschäft meines Vaters tätig und entwickelte die Taktik mich „zweigleisig“ zu bewerben. Was meine ich damit? Mein Fokus lag bei den Bewerbungen auf Vakanzen im Bereich des Human Resources Management. Nichtsdestotrotz weitete ich meine Suche auf weitere Tätigkeiten aus, die irgendwie etwas damit zu tun hatten – und da entdeckte ich die Stelle bei Annie von Jobnavigation. Annie suchte eine Social Media Assistenz auf Minijob-Basis und seit Juli 2020 arbeite ich nun in dieser Position für sie.

 

Struktur im Alltag – neue Arbeitsaufgaben bewältigen

Die Arbeit bei Annie hat mich persönlich wieder ein Stück weit nach vorne gebracht. Ich habe wieder ein bisschen mehr das Gefühl von einem „geregelten“ Tagesablauf. Auch wenn ich immer versucht habe diesen nach meinem Studium beizubehalten, gestaltete sich es oft sehr schwierig, aber es war machbar. Ich hatte wieder eine Aufgabe und die Möglichkeit meinen Lebenslauf etwas aufzufrischen.

 

Karrieremessen, Jobsuchmaschinen, Coaching und Beratung

Annie gab mir nebenbei immer wieder Tipps und Ratschläge, die ich im Bewerbungsprozess umsetzten konnte und gab mir den Rat, in Aachen den Karrieretag zu besuchen – das setzte ich letzte Woche Mittwoch (09.09.2020) in die Tat um. Und siehe da – Corona hatte etwas Positives! Corona- und Hygieneschutzmaßnahmen begrenzten die Teilnehmerzahl auf 200 Besucher zur gleichen Zeit. Die Veranstaltung fand im Technologiezentrum Aachen am Europaplatz statt. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl waren die Stände der Unternehmen nicht wie sonst mit Interessenten überströmt und man hatte die Möglichkeit in direkten Kontakt mit den vor Ort ansässigen Ansprechpartnern zu kommen. Ein, zwei Unternehmen kannten mich bereits schon, da ich mich hier im Vorfeld beworben hatte. Bei anderen Unternehmen stellte ich mich zum ersten Mal vor. Ich ging optimistisch auf meine Ansprechpartner zu, stellte mich vor und erkundigte mich über die aktuellen Vakanzen – besonders ob sie im Bereich Human Resources Management Verstärkung suchen. Auch wenn sie gerade niemanden in diesem Berufsfeld suchten, habe ich trotzdem meinen Bewerbungsflyer überreicht – man kann ja nie wissen.

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ich konnte für mich persönlich neue Tipps und Ratschläge der Experten und Unternehmen mitnehmen und würde auch jedem raten, der in einer ähnlichen Situation ist, so eine Chance wahrzunehmen. Ich habe mit einigen Leuten gesprochen und konnte mich nach der Messe auf zwei Stellen bewerben, die zu meinem Profil passen – zwei Tage später wurde ich zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen! Für mich war der Karrieretag eine tolle und hilfreiche Veranstaltung. Alle Ansprechpartner waren sehr freundlich und hilfsbereit und haben mich in meiner Berufswahl nur noch mehr bestärkt. Wenn du die Möglichkeit hast an einer Karrieremesse teilzunehmen, dann vergeude nicht deine Chance – nutze sie und lerne potenzielle Arbeitgeber persönlich kennen. Auch wenn an diesem Tag keine Stelle für dich herauskommt, sieh es als Chance an dir zu arbeiten und zu lernen wie man sich als Kandidat im Bewerbungsprozess präsentieren kann.

Manchmal muss man im Leben Umwege gehen, um das zu machen worauf man all die Zeit fleißig hingearbeitet hat. Glaub an dich! Du schaffst das! Gib niemals auf! Hab immer dein Ziel vor Augen!

 

Berufseinstieg – auf in neue Abenteuer

Ich habe an mich geglaubt und jede Möglichkeit genutzt, die mich ein Stückchen näher an meinen Jobwunsch bringt. Und während du gerade diesen Beitrag liest, halte ich bereits eine Woche nachdem ich den Karrieretag in Aachen besucht habe, die Zusage in den Händen, dass ich den Job habe bei dem Unternehmen, in dem ich mich zwei Tage nach der Messe vorgestellt habe. Ich bin so glücklich und freue mich auf ein neues Abenteuer!

PS: Jobnavigation bleibe ich trotzdem erhalten 🙂

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